Gerechtigkeit war das zentrale Thema im Jugendgottesdienst am 17.11.2024 in Friedewald, in dem das bekannte Wort aus den Seligpreisungen der Bergpredigt: „Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden“ (Matthäus 5,6) als Grundlage diente.
Priester Mario Becker aus Fulda, im Kirchenbezirk Hersfeld-Lauterbach für die Jugendseelsorge zuständig, stellte in seiner Wortverkündigung heraus, dass es beim Bibelwort um die Gerechtigkeit Gottes ginge. „Sie kann nicht mit der Gerechtigkeit verglichen werden, die von Menschen ausgeübt wird und bei der es häufig um Ausgleich, Vergeltung, Bestrafung oder Rache für Unrecht geht, also oft Gleiches mit Gleichem vergolten wird“, so der Priester.
Er riet den Jugendlichen, stattdessen nach der Gerechtigkeit zu streben, die vor Gott Bestand hat, beispielsweise „Böses nicht mit Bösem zu vergelten, sondern das Böse mit Gutem zu überwinden.“ (Römer 12,21).
Bibellesung über des Gleichnis von den „Arbeitern im Weinberg“
Die von Organist Christoph Schubert, Jugendbetreuer aus Melsungen durchgeführte Bibellesung aus Matthäus 20,1–15 machte deutlich: Bei Gott gelten andere Maßstäbe! In dem Gleichnis Jesu von den Arbeitern im Weinberg erhielt jeder Arbeiter von dem Hausherrn denselben, vorher vereinbarten Lohn - unanhängig davon, ob er nun 12 oder nur eine Stunde gearbeitet hatte.
Das empfänden wir aus menschlicher Sicht als ungerecht, so Priester Becker. Doch zeige sich gerade darin die Güte und Liebe Gottes. Auch uns schenke er letztlich bei der Sündenvergebung volle Gnade - unabhängig davon, wie lange wir gebraucht hätten, unserem Nächsten zu vergeben oder wie viel Schuld wir gehabt hätten. Ebenso bekämen wir auch volles Heil und einen gleichen Teil an seiner Herrlichkeit bei der Wiederkunft Christi – unabhängig davon, wie lange wir an seine Verheißungen geglaubt und auf ihre Erfüllung gewartet hätten.
Weitere Predigtbeiträge
Priester René Schade, Jugendseelsorger aus Grünberg und Priester Jonas Imhof aus Wahlshausen, wurden zu Predigtbeiträgen aufgerufen. Sie unterstrichen, dass sich die Gerechtigkeit Gottes nicht in Bestrafung, sondern in seiner Treue, seiner Gnade, seiner Barmherzigkeit, Geduld und Liebe zeigten und dass es sich lohne, sich nach der Gerechtigkeit Gottes wirklich zu sehnen und sie zum Maßstab des eigenen Handelns zu machen.
Jugendchor umrahmt den Gottesdienst
Bereits um 9.30 Uhr hatten sie sich der Jugendchor unter Leitung von Jonas Imhof in einer Chorprobe auf den Gottesdienst vorbereitet und diesen mit etlichen Beiträgen musikalisch mitgestaltet.
Das Besondere: Die gesamte Gemeinde bestand – von den begleitenden Jugendbetreuern einmal abgesehen – ausschließlich aus Chorsängern! Ein ungewohntes Bild aber zugleich auch beindruckendes Zeichen von einer hohen „Mitwirkungsquote“.
Der Jugend-Gottesdienst beginnt
17. November 2024
Text:
Michael Schütrumpf
Fotos:
Michael Schütrumpf
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