Was taten die Jünger Jesu eigentlich in der Zeit zwischen Himmelfahrt und Pfingsten? Diese Frage beantwortete Apostel Gerd Kisselbach in einem Gottesdienst, den er am 1. Juni in der Neuapostolischen Kirche in Bad Hersfeld feierte, nicht ohne anschließend den Bogen ins Heute zu schlagen. Neben der gastgebenden Gemeinde waren auch die Glaubensgeschwister aus Kathus, Friedewald und Wahlshausen anwesend.
Zu Beginn der Predigt erläuterte Apostel Kisselbach den Kontext des Bibelwortes aus Apostelgeschichte 1, Verse 13 und 14. Jesus hatte den Jüngern vor seiner Himmelfahrt zwei Verheißungen gegeben: Die der Sendung des Heiligen Geistes und die seiner Wiederkunft. Auf deren Erfüllung wartete die Schar täglich. „Sie warteten aber nicht einfach ab, sondern sie blieben einmütig zusammen und stärkten die Gemeinschaft auch durch das Gebet.“ Nach zehn Tagen erfüllte sich die Verheißung der Ausgießung des Heiligen Geistes. Auf die Wiederkunft Christi warteten die Jünger damals ebenso wie wir heute.
Vorbereitung ermöglicht intensives Erleben des Gottesdienstes und Gebetes
Das Bibelwort berichtet, dass die Jünger und die Frauen, die beieinander waren, ins Obergemach gingen, um zu beten. Sie zogen sich aus dem Alltag zurück. Dieses Bild übertrug der Apostel in die Gegenwart.
„Die Fülle an Informationen, die heute auf vielen Kanälen zur Verfügung gestellt werden, lassen uns kaum zur Ruhe kommen“. Er gab der Gemeinde den Rat, vor einem Gottesdienst sooft wie möglich Abstand vom Alltag zu gewinnen, eigene Erwartungen zu formulieren und Gott vorzutragen. „Wenn diese Vorbereitung gelingt und sich Vorfreude auf den Gottesdienst entwickelt, können wir erleben, das Gott uns begegnet und unser inneres berührt“. Beispielhaft nannte der Apostel den Elia, der 40 Tage durch die Wüste wanderte, um Gott zu begegnen.
„Auch das Gebet stärke die Verbindung zu Gott“, so der Apostel weiter und zeigte Daniel als Vorbild auf, der selbst im Exil in Babel nie die Verbindung zu Gott abreißen ließ. Im Gegenteil: Er zog sich dreimal am Tag zurück, um zu beten.
Vielfalt und Einssein
„So wie die Jünger unterschiedlicher Herkunft und Bildung waren, sind auch wir unterschiedlich“, beschrieb Apostel Kisselbach die Zusammensetzung der Gemeinden und stellte die Frage, was Einssein schaffen kann. „Es ist der Blick auf Jesus Christus, dem wir nachfolgen, um uns auf seine Wiederkunft vorzubereiten.“
Was Gottes Wirken auslösen kann, verdeutlichte der Apostel anhand der Kehrtwende von Paulus. "Die Begegnung mit Jesus auf dem Weg nach Damaskus veränderte sein Leben komplett, schließlich wurde er vom ärgsten Verfolger der ersten Gemeinde zu einem überzeugten Streiter für den christlichen Glauben. Aus einem Feind wurde ein Freud!"
Der Aufruf des Apostels an die Gemeinde: „Lassen wir unsere Persönlichkeit und unsere Gemeinschaft vom Heiligen Geist gestalten und so ein Bekenntnis des Glaubens an die Wiederkunft Christi abgeben.“
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