Fulda. Ein passendes Bibelwort zum Hochzeitssegen aus den Leitgedanken als Predigtgrundlage, eine ausführliche Beschäftigung mit dem Schlusssegen und ein Rubinhochzeitspaar prägten den Gottesdienst am Dreieinigkeitssonntag (Trinitatis) am Sonntag, den 31. Mai 2026.
Keine bloße Höflichkeitsformel
Der trinitarische Schlusssegen (2. Korinther 13, 13) und der trinitarische Eingang gehören zum neuapostolischen Gottesdienst. Dabei seien es keine Höflichkeitsformeln und der Schlusssegen kein göttliches "Auf Wiedersehen", sondern er sei Zuspruch Gottes und damit göttliches Handeln. Göttlicher Zuspruch bedeute aber auch Anspruch an den Gläubigen - so Dienstleiter und Vorsteher Priester Mario Becker, nämlich den Zuspruch im Glauben zu ergreifen und sein Verhalten entsprechend auszurichten.
Umfassender Segenszuspruch
Dass im Segenszuspruch eine "Einteilung" für Gott, den Vater und Gott, den Sohn und Gott, den Heiligen Geist erfolge, bedeute nicht, dass der Sohn nur für die Gnade, der Vater nur für die Liebe und der Heilige Geist nur für die Gemeinschaft "zuständig" sei. Gottes Handeln erfolge immer gesamtheitlich. Dabei beziehe sich der Segen umfassend auf das seelische Heil des Menschen; es sei nicht unbedingt eine Zusage für das irdische Leben:
Gnade - Gott stelle seine Beziehung zu seinen Kindern nie in Frage und schaffe durch die Gnade überhaupt die Voraussetzung, in sein Reich einzugehen.
Liebe - Gottes Liebe ziele in erster Linie darauf ab, Hindernisse aus dem Weg zu räumen, die dem Heil entgegenstünden
Gemeinschaft - die Gläubigen könnten sich der ständigen Begleitung des Heiligen Geistes gewiss sein; damit sei das Bestehen der Kirche Christi gesichert; die Gemeinschaft des Heiligen Geistes gebe den Gläubigen auch die entsprechenden Impulse zu Gott wohlgefälligem Handeln.
Dreieinigkeit (Trinitatis)
Die Lehre der Dreieinigkeit sei zwar wörtlich nicht der Heiligen Schrift entnehmbar, faktisch käme aber bei der Taufe Jesu Christi das Konzept der Dreieinigkeit zum Vorschein: Jesus Christus der Täufling, Gott der Vater mit der Stimme aus dem Himmel und der Heilige Geist in Form einer Taube (ausführlich in Matthäus 3,13–17).
Rubinhochzeit
Priester Becker stellt in seiner Ansprache an das Jubelpaar fest, dass der Segen zur grünen Hochzeit und Silberhochzeit nicht verblasst oder angerostet sei. Vielmehr erneuere Gott sein Versprechen der weiteren Begleitung. Bei seinem Seelsorgebesuch habe er sich über den tiefen Glauben des Hochzeitspaares im Herzen gefreut und habe bei ihm regelrecht zur Begeisterung beigetragen.
Judith und Dieter Ruppert stünden bei ihrem Dienen in der Gemeinde für absolute Zuverlässigkeit und überwiegend eine Arbeit, die scheinbar unbeachtet in der Stille erfolge.
Darüber hinaus hatte das Hochzeitspaar noch einen wunderbaren Wunsch: "Wir feiern unsere Rubinhochzeit zusammen mit der Gemeinde, denn die Gemeinde ist in all den Jahren Teil unserer Familie geworden."
Und so erlebte die Gemeinde konkret auch noch im Anschluss des Gottesdienstes, was Gnade, Liebe und Gemeinschaft in der Praxis bedeutet.
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