In einer Nachrichtensendung wäre in der entsprechenden Meldung von einem „Blitzbesuch“ die Rede gewesen. Knapp 2 Stunden war Bezirksapostel Michael Deppner, Leiter der Gebietskirche Demokratische Republik Kongo West zu Gast in Lauterbach und feierte mit den eingeladenen Gemeinden des südlichen Bezirksteils den Wochengottesdienst. In die Nordgemeinden wurde der Gottesdienst via IPTV übertragen. Der Bezirksapostel nimmt ab Donnerstag an der Internationalen Bezirksapostelversammlung in Mainz teil. Die Botschaft des Gottesdienstes, die Bezirksapostel Deppner für die Gemeinde mitgebracht hatte, umfasste drei Worte: Werden wie Christus!
Christus am Steuer
Der Gottesdienst begann mit etwas Verspätung, da Staus auf den Autobahnen die Ankunft des Bezirksapostels verzögerten. Das Bild des Autofahrens nahm er auf. Zwar heiße das bekannte Lied, nimm Jesus in dein Lebensschiff, allerdings hätten – zumindest im Kongo – die Wenigsten ein Schiff, aber fast alle ein Auto. Er stellte die Frage, wo im Auto Christus Platz nehmen dürfe. „Wir wollen ihm den Platz am Steuer" geben – nicht als Chauffeur, dem wir ansagen können, wo es hingeht, sondern ihm den Weg überlassen – er weiß den Weg.
Werden wie Christus
„Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen. Hier ist nicht Jude noch Grieche, nicht Sklave noch Freier, nicht Mann noch Frau, denn ihr allesamt seid einer in Christus“. Diese Worte aus dem Brief von Paulus an die Galater (Kap. 3, Verse 27, 28) waren die Grundlage für die Predigt.
Apostel Paulus habe mit den Worten klar ausgedrückt, dass es nicht darauf ankommt, woher man kommt oder wer man ist, wenn man Christ ist. Die Zielsetzung sei für alle gleich. Werden wir Christus. Paulus nutze das Bild der Kleidung, da man an der Bekleidung erkennen könne, welchen Beruf oder Stand eine Person habe.
Aufgaben für Christen sei es, sich in das Wesen Jesu zu ändern und sich nicht darauf zu berufen, dass das ja alle so machen oder man so erzogen sei. „Es gibt nicht eine kleine oder große Lüge. Lügen ist Sünde – unsere Aufgabe ist es ehrlich zu sein.“
Gott gibt allen gleich
Jeder Gläubige erlebe unterschiedliche Lebenssituationen. Gott schenke allen die gleiche Kraft aus dem Wort Gottes und die gleiche Gnade, um sich im Glauben zu bewähren. „Es ist unsere Aufgabe, diese Kräfte zu nutzen. Das erfordert volle Konzentration“.
Abschließend machte der Bezirksapostel deutlich, dass Gott sich die Vielfalt in der Gemeinde wünsche, jeden brauche Gott und jeder hat eine Aufgabe. Er lud die Gläubigen ein, die Gemeinde zu mitzugestalten.
Es war der erste Besuch des Bezirksapostels in Osthessen – und wohl auch sein letzter. Denn, so sagte er nach dem Gottesdienst, er gehe in einem Monat in den Ruhestand. Die Gemeinde nutzte die Möglichkeit, sich persönlich vom „einmaligen“ Gast zu verabschieden.
Ausgestattet mit einer Stärkung ging es für ihn da Richtung Mainz – hoffentlich mit weniger Staus.
festlicher Blumenschmuck aus dem Garten frisch auf den Altar
5. Juni 2025
Text:
Hans-Jürgen Röhr
Fotos:
Stephan Talkenberger
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