Fulda. Bischof Sascha Tümmler besuchte zum ersten Mal die Gemeinde Fulda und feierte den Gottesdienst am Mittwochabend, 27. Mai 2026. Der Gottesdienst war geprägt vom Erleben des vergangenen Pfingstwochenendes und dem Bild der Gemeinde als Tempel Gottes, das Apostel Paulus im Korintherbrief beschreibt (1. Korinther 3, 16)
Kurzer Rückblick auf das Pfingstwochenende (Gottesdienst in Kapstadt)
Bischof Tümmler zitierte den neu ordinierten Stammapostel Helge Mutschler und erwähnte die starke Botschaft, wonach wir als Kirche Christi hoffnungsvoll in die Zukunft gehen könnten ("Ich habe Hoffnung für die Zukunft") und gemeinsam auf dem Weg zum Glaubensziel wären. Dies sei nicht nur das Pfeifen eines Liedchens in schwierigen Zeiten, sondern eine wahre Zuversicht, da die Kirche das Werk Gottes sei und von Jesus selbst gegründet worden sei.
Bau des Tempels Gottes
Apostel Paulus stellte der Gemeinde Korinth die rhetorische Frage: "Wisst ihr nicht, dass ihr der Tempel Gottes seid?".
Das Wort sei sehr aktuell und gelte auch für uns Christen. Wichtig sei das richtige Fundament und das sei Jesus Christus.
Alle seien aufgerufen, am geistigen Tempel Gottes mitzubauen. Dabei sei es wie beim Hausbau das Entscheidende, dass die Gewerke zusammenarbeiteten. Wenn jeder Handwerker (Maurer, Putzer, Elektriker) seine Arbeit als die Wichtigste sehe und darunter die Zusammenarbeit leide, sei das für die Erstellung des Gebäudes nicht gut und könne zu Verzögerungen führen.
"Baumittel" des geistigen Tempels
Als Baumaterialien erwähnte Bischof Tümmler den Glauben, die Liebe und den Gehorsam; diese Eigenschaften zeichneten die Kirche Christi aus, so auch Stammapostel Schneider im Pfingstgottesdienst.
Ohne Glauben ginge es auch heute nicht, so Bischof Tümmler. In seinem Dienst in der Kirchenverwaltung stelle er vermehrt fest, dass Eltern Kinder zwar taufen ließen (Heilige Wassertaufe), die Kinder aber nicht mehr das Sakrament der Heiligen Versiegelung, die Geistestaufe, empfingen. Für neuapostolische Christen sei aber auch die Heilige Versiegelung essentiell, wie es im 8. Glaubensartikel hieße.
Auch müsse die Gemeinde Gottes von der Liebe Jesu geprägt sein. Bischof Tümmler erzählte, dass er bei einem Hotelbesuch das erste Mal von einer "Herzlichkeitsbeauftragten" gehört habe. Man könne verstehen, dass ein solcher Beruf erforderlich sei, weil man sich als Gast manches Mal zum Beispiel an der Rezeption unbeachtet vorkäme. In unseren Gemeinden möge jedes Gemeindemitglied diese Aufgabe erfüllen, so dass sich auch der Fremde angenommen fühle.
Vom Gehorsam höre man nicht gerne; in der Kirche bedeute Gehorsam zu sein, nach dem Evangelium zu leben und die Gebote zu befolgen. Die Stärke einer Gemeinde sei dabei am Umgang mit den Schwächsten abzulesen.
Gemeindevorsteher Priester Mario Becker ging in seiner Co-Predigt noch einmal auf die Hoffnung ein. Er erinnere sich, dass er als Kind in seiner Heimatstadt durch einen Tunnel gehen musste, um die Wiese seiner Großeltern zu erreichen. Der Tunnel habe in der Mitte einen Knick gehabt und man sah beim Betreten nicht das Tunnelende. Hoffnung beginne nicht erst mit dem Sehen des Tunnelendes sondern damit, dass man sich auf den Weg mache.
Vorbereitung auf das Heilige Abendmahl
Eine besondere Vorbereitung auf das Heilige Abendmahl erfolgte durch den Sologesang von Pia Weidemann, begleitet am Klavier von Mario Becker. Vorgetragen wurde das Lied aus dem neuapostolischen Chorbuch: "Gib mir dein Herz."
Bischof Tümmler beendete den denkwürdigen Gottesdienst mit Gebet und Segen.
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